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Hase Hase

(Lapin Lapin)
Komödie von Coline Serreau

Die Familie Hase – eine ganz normale Familie

Mama und Papa Hase mit ihren fünf Kindern Bibi, Jeannot, Marie, Lucie und dem offenbar nicht ganz normalen Nesthäkchen mit dem Vornamen Hase.

Hase, ein ausgesprochen sensibles Kind, hat ganz andere Vorstellungen von friedlichem Zusammenleben als seine energiegeladene Familie: Er sei als Außerirdischer durch Mamas Bauch auf die Erde geschickt worden zu sein, um zu prüfen, ob es lohnenswert ist, die Menschen vor ihrem selbst produzierten Untergang zu retten. Eine unbefleckte Empfängnis, so sieht es jedenfalls Hase…

Ob die allerdings lediglich seiner blühenden Phantasie entsprungen ist, angeregt durch das Lesen zu vieler Sciencefiction Romane, bleibt unklar. Ausgesprochen klar allerdings ist, dass sich vieles in dieser so normal scheinenden Familie ins Gegenteil kehrt, sie – im wahrsten Sinne des Wortes – in die Enge getrieben wird.

Erst wird Papa Hase arbeitslos, dann fliegt Hase zum x-ten Male von der Schule, die jüngeren Töchter verweigern sich ihren Ehemännern und Bibi – anstatt Medizin zu studieren – entpuppt sich als Unterstützerin einer terroristischen Vereinigung während Jeannot ebenfalls mit zweifelhaften Mitteln für eine bessere Welt kämpft.

Und alle suchen Zuflucht daheim – die kleine Wohnung quillt über von gestrandeten Existenzen. Mama Hase, wenn auch manchmal durchaus überfordert, hält die Fäden so gut sie kann in der Hand – sogar die überdrehte Nachbarin findet noch ein Plätzchen.

Aber damit nicht genug, das Schicksal wartet mit weiteren Katastrophen auf: Das Staatsgefüge bricht zusammen, ein Putsch bringt die ‚Neue Ordnung‘ an die Regierung, Militärs übernehmen brutal die Herrschaft des Landes.

Ob diese Geschichte nun wahr ist oder nicht, ist am Ende unwichtig. Hase Hase – das Problemkind – rettet auf jeden Fall die Familie.

Und das ist die ganze Wahrheit!

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Coline Serreau, geboren 1947 in Paris, ist Filmemacherin und Schriftstellerin. Sie hat für mehrere Spielfilme Regie geführt und die Drehbücher dazu geschrieben und wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet. In Deutschland machte sie die Zusammenarbeit mit Benno Besson, Schüler von Bert Brecht, dem Theaterpublikum bekannt.

Mit ‚Hase Hase‘ ist Serreau eine Hommage an die Familie gelungen, die den beneidenswerten Zusammenhalt einer mehr oder weniger normalen Familie zeigt. Eine Komödie im besten Sinne, amüsant, verrückt und – obwohl vor mehr als 30 Jahren geschrieben – gesellschaftlich und politisch aktueller denn je.

Der Kommentar zur deutschen Erstaufführung in der Regie von Benno Besson lautete: ‚Welch Optimismus, welch eine Aufforderung, sich nicht unterkriegen zu lassen… so ergötzend kann Theater sein!‘